März 2018

UW Luins – Das neue Unterwerk am Ufer des Genfersees

Die Schweizer Riviera am Genfersee lockt immer wie mehr Menschen an, welche sich in der Weingegend von Nyon niederlassen. Auch der Tourismus am Genfersee wächst immer wie mehr an. Die Erhöhung des Angebots mit der entsprechenden Verdichtung des Fahrplans zwischen Lausanne und Genf sowie die zukünftige Verkehrszunahme bedingen einen Ausbau der gesamten Eisenbahninfrastruktur auf dieser Strecke. Dazu gehört auch die Bahnstromversorgung.

Nach dem Neubau des UW Ulrichen im Goms, übernahm kek ebenfalls die Planung, Lieferung und Inbetriebnahme des Schutz- und Leitsystems des neuen Bahnunterwerkes im Waadtland. Der Standort im Weinbauerndorf Luins ist neben Ulrichen und Brig das 2. von 3 Unterwerken, welche im Verlauf von 4 Jahren auf der Strecke Goms-Brig-Genf vergrössert und neugebaut wird. Die gesamte Realisierung wurde an unseren Kunden, den Totalunternehmern ABB und Theler, vergeben.

Da das bestehende fahrbare Unterwerk der SBB in Gland über keine Leistungsreserven mehr verfügte, musste dies nun durch ein leistungsfähigeres und ortsfestes Unterwerk abgelöst werden. Somit entschied sich die SBB effizienteres Werk zu erstellen. Damit können Zwischenfälle im Bahnbetrieb, welche einen massiven negativen Einfluss auf den Fahrplan haben, eliminiert werden. Das neue 132/ 15kV -Unterwerk mit einer Leistung von über 40MVA ersetzt die temporäre mobile Station und erhöht so die Versorgungskapazitäten auf der Linie Lausanne-Genf und in den wichtigen Bahndrehkreuzen. Zudem ist geplant, in den nächsten dreissig Jahren die Strecke Lausanne-Genf in Etappen mit einem 3. und teilweise 4. Gleis zu erweitern.

Inmitten der Rebberge mit einer Grösse von ca. 550m2 ist das neue Unterwerk in Luins zu finden. Die Gebäudehülle wurde komplett aus Stahl konzipiert und besteht aus zwei Teilen. Im kleineren Gebäude befindet sich die gesamte 132kV GIS-Schaltanlage (Gas Insulated Switchgear). Diese besteht aus einer Einfachsammelschiene mit doppelter Längstrennung, zwei Übertragungsleitungsfelder sowie zwei Transformatorenfelder. Die 15kV Innenraumschaltanlage, welche sich im nebenanliegenden grösseren Gebäude befindet, enthält fünf Speisepunkte, zwei davon sind als Reserveplätze für den geplanten Ausbau des 3. und 4. Gleises frei gehalten. Im Freien und zwischen den beiden Gebäudeteilen stehen die beiden Transformatoren mit einer Leistung von je 21.8MVA. Die bestehende einschleifige 132-kV-Übertragungsleitung der Strecke Bussigny-Genève Tuileries wurde ins Unterwerk eingeführt.

Die Leittechnik wurde mit Produkten von Sprecher Automation realisiert und beim Schutz sind Geräte von ABB, Andritz und Siemens im Einsatz. Damit diese verschiedenen Komponenten zu einem funktionierenden Gesamtsystem vereint werden können, braucht es einen erfahrenen Planer. Mit detaillierter Systemprüfung stellt kek auch die einwandfreie und zuverlässige Funktion sicher und trägt damit wesentlich zum sicheren Betrieb der Bahnstromversorgung bei.

Unser Elektrotechniker Björn Schärer testete zusammen mit seinen Teamkollegen sämtliche elektrischen Verbindungen von den Primärkomponenten bis hoch zur Leittechnik-Zentraleinheit. Und prüfte mittels Simulationen auch alle Software-Funktionen der Systeme. Björn und sein Team waren während gut einem halben Jahr für die Inbetriebnahme der Leit- und Schutztechnik des neuen Unterwerks in Luins im Einsatz. Diese anspruchsvollen Aufgaben konnten erfolgreich und termingerecht abgeschlossen werden. Das Unterwerk steht nun dem Betrieb zur Verfügung.

Das 3. und letzte Neubauprojekt auf dieser Bahnstrecke, das Unterwerk in Brig, ist bereits in Arbeit und wird ebenfalls von uns fachmännisch betreut.