Unterstation Hvolsvöllur Stromversorgung im Land der Geysire

Nebst der Geothermie verfügt die Insel im Nordatlantik vor allem über eine weitere umweltfreundliche Art der Energiegewinnung, die Nutzung der Wasserkraft. Die zahlreichen Flüsse Islands, die an den grossen Gletschern des Landes entstehen, bieten enorme Wassermengen, die mittels Wasserkraftwerke in Strom umgesetzt werden können.

Auch das Gebiet um das kleine Dorf Hvolsvöllur, welches an der Südküste Islands, etwa 100 Kilometer von der Hauptstadt Reykjavik entfernt liegt, wird von einem dieser Wasserkraftwerke gespiesen. Die regionale Stromversorgung durch den staatlichen Netzbetreiber Landsnet erfolgt mit 66kV.

Damit in dieser Region künftig auch die Stromversorgung sicher ist, muss die alte über 40-jährige Freiluft-Schaltanlage ersetzt werden. Somit entsteht in Hvolsvöllur eine neue Unterstation mit einer neue Luftisolierte Innenraumschalt-anlage mit 4 Abgangsfeldern und einer Längstrennung.

Mit dem Bau einer Innenraumschaltanlage können die durch das raue Klima mit Schneestürmen und orkanartigen Winden verursachten Stromunterbrüche stark reduziert werden. Durch den Ersatz des Leistungstransformers steht künftig auch mehr Kapazität für den weiteren Netzausbau zur Verfügung.

Unser Auftraggeber, der lokale Partner RST Net hat uns beauftragt, die Basis- und Detailplanung für die Leittechnik und den Schutz für die neue Unterstation zu erstellen. Zudem haben wir das Stationsleitsystem mit Visualisierung geliefert. Dabei sind Produkte von Siemens integriert worden mit zusätzlicher Einbindung der bauseitig gelieferten Schutzgeräte von ABB.

Durch unsere bereits gesammelten 20-jährigen erfolgreichen Island-Erfahrungen mit Neu- und Umbauprojekten von Unterwerken in den Regionen Akranes, Mjolka, Brennimelur, Laxa und Stakur sowie Erweiterungen des geo-thermischen Kraftwerkes Nesjavellir können wir unserem Partner und Kunden eine kompetente Zusammenarbeit bieten.

Für die Werkabnahme der Unterstation Hvolsvöllur wurden das Leittechnik- und Schutzsystem in der Werkstatt von RST Net komplett aufgebaut und bis zur Netzleitstelle vorgeprüft. Dies funktionierte zusätzlich mit unserem telefonischen Fernsupport. Wir benötigten dadurch weniger Zeit für die Vorortprüfungen.

Martin Knobel, unser Geschäftsführer und Projektleiter für dieses Projekt war für die Inbetriebsetzung der neuen Unterstation Anfang Juni vor Ort. Er prüfte während einer Woche die Funktionalität der Gesamtanlage und machte Feineinstellungen für den Betrieb.

Die Arbeiten konnten dank der sehr guten Zusammenarbeit mit RST Net und dem Endkunden und staatlichen Netzbetreiber Landsnet erfolgreich beendet werden. Die Anlage wird Ende Juli 2019 in Betrieb genommen und ans Versorgungsnetz angeschlossen.