UW BrigDas neue Unterwerk im Oberwallis

Der Bahnhof Brig ist der Drehpunkt des Bahnbetriebes im Oberwallis. Der Bahnfernverkehr von Italien sowie der Tourismusverkehr in Richtung Goms, Lötschental und ins Südwallis bis an den Genfersee werden über diese Gleise gelenkt. Damit der Fahrplan mit der Verkehrszunahme Schritt halten kann, musste die Eisenbahninfrastruktur für diese Strecke ebenfalls erweitert werden.

Das Neubauprojekt des Unterwerks Brig ist die letzte Etappe der Verstärkung und Vergrösserung der Leistungskapazität der Strecke Goms-Brig-Genf. Das neue 132/66/15/11kV–Unterwerk ersetzt eine temporäre mobile Station und erhöht so die Versorgungskapazitäten auf den SBB und MGBahn Linien. Mit der Leistungserhöhung werden Ausfälle auf diesem wichtigen Bahnkreuz eliminiert und sichert damit einen zuverlässigen Bahnbetrieb für die Simplon-Achse, die Lötschberg-Bergstrecke sowie die Matterhorn-Gotthard-Bahn (MGBahn).

Nach den Neubauten des UW Ulrichen im Goms sowie dem UW Luins am Genfersee, übernahm kek ebenfalls die Planung, Lieferung und Inbetriebnahme des Schutz- und Leitsystems des neuen Bahnunterwerkes im Oberwallis. Das Unterwerk steht in der Nähe von… und befindet sich kurz vor der Betriebsaufnahme. Die gesamte Realisierung erfolgte unter der Federführung der ABB für die Gesamtplanung. Die Theler AG aus Raron war für die Bauausführung zuständig.

Da das bisherige fahrbare Unterwerk der SBB über keine Leistungsreserven für diese Strecke mehr verfügte, musste diese mobile Station nun durch ein leistungsfähigeres und ortsfestes Unterwerk abgelöst werden. Damit können Zwischenfälle im Bahnbetrieb, welche einen massiven negativen Einfluss auf den Fahrplan haben, eliminiert werden. Das neue 132/ 66kV / 15kV – Unterwerk mit einer Leistung von über 60MVA ersetzt die temporäre mobile Station und erhöht so die Versorgungskapazitäten auf der Linie Brig-Lausanne-Genf und versorgt den nationalen und regionalen bedeutenden Knotenpunkt mit Bahnstrom.

Unweit des Bahnhof Brig auf einer Grundfläche von ca. 1‘500m2 das neue Unterwerk erstellt. Die Gebäudehülle wurde komplett aus Stahl konzipiert und besteht aus zwei Geschossen. Im Obergeschoss befinden sich die GIS-Schaltanlagen (Gas Insulated Switchgear). Die 132kV-Anlage besteht aus einer Einfachsammelschiene mit doppelter Längstrennung, zwei Übertragungsleitungsfelder sowie vier Felder für die Fahrleitungstransformatoren. Die zweifeldrige 66kV-Anlage versorgt eine multifunktionale Freileitung. Die 15kV und die 11kV Innenraumschaltanlagen, welche sich im Erdgeschoss befinden, enthalten sieben Speisepunkte für die Fahrleitungen. Im Freien seitlich vor dem Gebäude stehen vier Transformatoren mit einer Gesamtleistung von 63.6MVA. So kann nachhaltig die geforderte Leistung und die notwendige Verfügbarkeit sichergestellt werden.

Die Leittechnik wurde mit Produkten von Sprecher Automation realisiert und beim Schutz sind Geräte von ABB, Andritz und Siemens im Einsatz. Damit diese verschiedenen Komponenten zu einem funktionierenden Gesamtsystem vereint werden können, braucht es einen erfahrenen Planer. Mit detaillierter Systemprüfung stellt kek auch die einwandfreie und zuverlässige Funktion sicher und trägt damit wesentlich zum sicheren Betrieb der Bahnstromversorgung bei.

Unsere beiden Elektrotechniker Björn Schärer und Stefan Gerber testeten sämtliche elektrischen Verbindungen von den Primärkomponenten bis hoch zur Leittechnik-Zentraleinheit. Sie prüften mittels Simulationen auch alle Software-Funktionen der Systeme. Björn und Stefan waren während gut einem halben Jahr für die Inbetriebnahme der Leit- und Schutztechnik des neuen Unterwerks in Brig im Einsatz. Diese anspruchsvollen Aufgaben konnten erfolgreich und termingerecht abgeschlossen werden. Das Unterwerk steht nun dem Betrieb zur Verfügung.

Mit diesem 3. und letzten Neubauprojekt, sind die Arbeiten für dieses Generalunternehmer-Projekt für unsere Endkunden SBB und MGB erfolgreich abgeschlossen. Während der Bauzeit von über 3 Jahren ist die Leistungskapazität der Strecke von Ulrichen über Brig bis nach Luins an den Genfersee komplett ausgebaut worden und somit steht einer Erhöhung unseres Bahnliniennetzes in dieser Region nichts mehr im Wege.