Alp Ueschine Neu mit Stromanschluss

Die Alp Ueschinen ist ein grosses Seitental in Kandersteg und erstreckt sich über ungefähr 5 Kilometer mit etwa 470ha Weidefläche. Auf dem saftigen Weidegebiet grasen Kühe, Rinder, Schafe und Ziegen. Die auf 1510 bis 2310 Meter hochgelegene Alp erreicht man seit 1982 von Kandersteg aus mit einer Güterstrasse bis Bleitschli (auf 1900 müM). Die Zufahrtswege zu den privaten Alphütten sind geschottert.

In über 40 Alphütten wird teils seit Generationen gemolken und gekäst. Fast über 20 Älplerfamilien verbringen den Sommer im Ueschinental. Eine Hütte betreibt sogar ein Bergbeizli. Die Energie- wie auch die Wasserversorgung ist eine jedoch Privatangelegenheit, somit erfolgte das Leben und die Arbeit auf der Alp bis jetzt mit Strom aus Generatoren und Wasser aus kleinen unsicheren Quellen.

Durch den Bau des Alpbach Wasserkraftwerkes am Eingang des Tals, welches im Jahr 2008 durch die Berner Kraftwerke BKW realisiert wurde, entstand die Idee eines Stromanschlusses an die Alphütten. Im Gegenzug für das Entgegenkommen beim Bau versprach die BKW der Alpgenossenschaft einen Stromanschluss.

Mit der Stromerschliessung können somit all diese stinkenden und lärmenden Generatoren stillgelegt werden und dank der guten zukünftigen Wasserversorgung ist es einfacher die Hygienevorschriften für die Alpkäsereien einzuhalten. Beim Erschliessungsprojekt werden somit Synergien genutzt. Zwei Leitungen, jene für Wasser und für Strom werden im gleichen Graben geführt.

Unser Auftraggeber für dieses interessante und nutzreiche Projekt ist die Alpschaft Ueschinen. Ihre grösste Herausforderung war, das Budget von über CHF 800‘000.00 aufzubringen.

Die Gesamtprojektleitung führt die Frutiger AG in Thun. Sobald das Projekt abgeschlossen ist, wird das Licht und Wasserwerk Kandersteg den Betrieb des Netzes übernehmen. Die Knobel Engineering Kandertal GmbH wurde beauftragt, den Projektteil von der Planung bis zur Inbetriebnahme der elektrischen Erschliessung der 39 Hütten zu übernehmen. Unsere beiden Projektleiter Stephan Gafner und Bruno Schmid begleiten das Projekt mit ihren Erfahrungen und ihrem Know How.

Das Bauprojekt ist bereits voll im Gange. Die Schwierigkeiten, welche sich schon bald herausstellten, sind die Leitungslänge und die alpine Lage. Das Leitungsnetz erstreckt sich über 9,2 Kilometer, was eine Erschliessung mit 400VAC verunmöglichte. Mithilfe von Berechnungen wurde festgelegt, dass von der Transformatoren Station Alpbach eine 16kV Leitung in die Nähe des Restaurant Lohner zu verlegen ist und dort eine weitere Transformatoren Station zu bauen. Ab dieser Station wird das zukünftige Verteilnetz mit 990VAC betrieben, welches insgesamt 7 Verteilkabinen umfasst. Von den Verteilkabinen zu den Hausanschlüssen wird mit 400VAC verfahren.

Das Projekt ist eine Herausforderung in jeder Bauphase. Bei der Verlegung der Rohre für die Leitungen kamen zusätzlich einige Probleme auf den Bauunternehmer zu, da nicht immer die geplante Leitungsführung möglich war. Zudem wurde bei der Begehung mit dem Lieferanten der Transformatoren Station und der Verteilkabinen gesehen, dass das Liefern und Setzen der Bauteile nicht ganz einfach sein wird.

Wir freuen uns, dieses spannende und innovative Projekt durchzuführen und sind bestrebt unserem Kunden jederzeit eine gute Lösung zu bieten.