RST Net | digitale Unterstation hat Zukunft

Digital Substation Unterstationen werden digitalisiert

Die Digitalisierung macht auch im Bereich der Energieversorgung nicht Halt und dringt immer tiefer bis zu den Komponenten der Primärtechnik. Bei diesen neuen Lösungen und Konzepten werden sämtliche Messwerte und Signale bereits an deren Ursprung mit sogenannten Merging Units digitalisiert und mittels IEC61850-Protokoll an die Leittechnik- und Schutzgeräte übertragen. Die äusserst flexiblen Systeme steigern die Effizienz, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit der Stromversorgungssysteme.

Auch Knobel Engineering Kandertal GmbH wagt sich an diese neuen und noch wenig bekannten Lösungen. «Wir nehmen in Island bald die erste «Digital Substation» in Betrieb. Ein Meilenstein in unserer Tätigkeit in der Hoch- und Mittelspannung» meint Martin Knobel, Geschäftsführer von Knobel Engineering.

August 2020Ju.

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«Die neusten Leittechnik- und Schutzsysteme bietet komplett neue Ansätze zum effizienten Schutz und Betrieb einer Unterstation.» erklärt Knobel.

Der Systemaufbau sowie die komplexe Programmierung erfolgten bei uns am Firmenstandort in Frutigen. Dabei wurde auch eine erste Vorprüfung sämtlicher Signale durchgeführt.

Der anschliessende Schaltschrankbau mit Integration sämtlicher vorgeprüfter Leittechnik-, Schutz- und Kommunikationskomponenten erfolgte durch einen externen Partner. Mitte Juli wurden die vorbereiteten Schaltschränke verpackt und nach Island geschickt. Vor Ort werden unsere Ingenieure und Techniker die Anlage zusammen mit dem Kunden in Betrieb nehmen.

High Tech aus Frutigen für Island:

High Tech aus Frutigen für Island:

 digitale Unterstation von Knobel Engineering – hier bei letzten Test vor dem Export.

digitale Unterstation von Knobel Engineering – hier bei letzten Test vor dem Export.

Bei einer Digital Substation entfällt ein Grossteil der bisher nötigen Steuerkabel und viele Signale lassen sich bereits in der Werkstatt fast wie im Endzustand prüfen. Dadurch verringern sich die Präsenzzeiten auf den Anlagen, was speziell für Projekte im Ausland ein grosser Vorteil für uns ist. Zudem wird bis zu 80 Prozent weniger Kupfer verbaut und der Platzbedarf der gesamten Schaltanlage und des Relaisraums wird um mehr als die Hälfte reduziert. Diese neue Variante einer Unterstation ermöglicht eine sichere Arbeitsumgebung und senkt die Wartungskosten.

Die Digitalisierung kennt man bis jetzt primär aus dem industriellen Bereich. Diese Erfahrungen helfen die neuen Möglichkeiten nun ebenfalls in der Energieversorgung einzusetzen. Der Einsatz Ethernet-basierter Kommunikation hilft, die Primärtechnik (Schaltanlagen, Messwandler oder Sensoren und Transformatoren) direkt mit der intelligenten Sekundärtechnik (digitale Schutzgeräte und Automatisierungskomponenten) zu verbinden. Durch den Standard IEC61850 soll auch der gemischte Einsatz von Geräten verschiedener Hersteller gewährleistet werden. Unser System für die Station in Island besteht aus Komponenten der Hersteller ABB, Siemens, Schweitzer Engineering Laboratories sowie Zenon.

Diese neue Form von Unterstationen hat den Vorteil, dass sich die Systeme während dem gesamten Lebenszyklus einer Unterstation stetig an die aktuellen Kundenbedürfnisse anpassen lassen, ohne dass grössere Umbauten nötig sind. Dadurch können die Anlagen auf dem aktuellen Stand der Technik gehalten und das Risiko von Ausfällen minimiert werden. Auch die Lebenszyklus-Kosten lassen sich dadurch optimieren.

«Es ist erst der Beginn der digitalen Unterstationen. Wir arbeiten stetig weiter an diesen neuen Technologien und Entwicklungen und es werden sich neue Möglichkeiten ergeben, um die Energieversorgung noch effizienter und sicherer zu machen» so Knobel zum Schluss.